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Regner 12/36
 

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Ansicht der Dampfmaschine mit Rundschieber (Regner, Typ 12/36)

 

Technische Daten:

Abmessungen:    

Gesamtlänge         295 mm

Gesamtbreite        110 mm

Gesamthöhe          120 mm

Gewicht                3,2 kg

Baujahr                 :  Instandsetzung in 2007

 

Ausführung:

Ein doppelwirkender Zylinder, liegend,

Bohrung: 12 mm, Hub: 36 mm,

Kolbenstangen- ø 4 mm, Kolben mit einem Kolbenring,

Rundschieber mit Exzentersteuerung,

Kreuzkopf mit Flachführungen,

gleitgelagerte Kurbelwelle und Schubstange,

Schwungrad-ø 85 mm.

 

Der Aufbau und die Wirkungsweise dieser doppelwirkenden  Dampfmaschine mit Rundschiebersteuerung:

Bei der doppelwirkenden Dampfmaschine erfolgt während einer Kurbelumdrehung auf jeder Seite des Kolbens ein Arbeitsprozess. Die Dampfsteuerung erfolgt zwangsläufig durch einen Rundschieber. Dieser ist durch die Schieberstange mit dem Exzenter auf der Kurbelwelle verbunden und läuft im Schiebergehäuse. Das Gehäuse ist an dem liegenden Zylinder angeschraubt und mit dem Anschluss, für den Frischdampf versehen. Im Schiebergehäuse am Zylinder befinden sich die beiden Abdampfanschlüsse und die Bohrungen und Kanäle die den Frisch- und Abdampf in und aus dem Zylinder leiten.

Der Rundschieber wird von innen mit Frischdampf angeströmt. Die Steuerung des Frischdampfes geschieht somit durch die Innenkanten, die des Abdampfes durch die Aussenkanten am Schieber. Die Schieberstange muss zur Atmosphäre hin somit nur gegen den geringeren Abdampf abgedichtet werden.

Der Rundschieber ist über die Schieberstange mit der Exzenterstangen verbunden. Am anderen Ende der Stangen befinden sich der Exzenterring, welcher auf dem Exzenter läuft. Der Exzenter ist auf der Kurbelwelle so justiert, dass der für die eingestellte Drehrichtung dem oberen Totpunkt ca. 90° nacheilt.

Der Arbeitskolben ist über die Kolbenstange mit dem Kreuzkopf verbunden. Dieser Kreuzkopf läuft in 2 Flachführungen. Er dient der Abstützung des Momentes vom Kurbeltrieb und somit der Entlastung der Kolbenstange.

 

Die Vorgänge während einer Umdrehung der schiebergesteuerten  Dampfmaschine:

Im vorderen Totpunkt hat der Rundschieber den Dampfkanal für den Frischdampf des vorderen Zylinderraumes bereits freigegeben und der Kolben wird durch den einströmenden Dampf nach hinten gedrückt. Auf dem Weg nach hinten öffnet der Schieber den Abdampfkanal des hinteren Zylinderraumes und der Abdampf kann ausströmen. Kurz vor erreichen des hinteren Totpunktes wird der Dampfkanal für den Frischdampf des vorderen Zylinderraumes wieder verschlossen und der des hinteren Zylinderraumes geöffnet. Der Kolben bewegt sich nun wieder nach vorne. Während des Vorwärtshubes öffnet der Schieber den Abdampfkanal des vorderen Zylinderraumes und der Abdampf kann entweichen. Kurz vor dem vorderen Totpunkt wird der Dampfkanal für den Frischdampf des hinteren Zylinderraumes wieder verschlossen und der des vorderen Zylinderraumes wieder freigegeben. Nun beginnt der Zyklus von neuem.

 

Besonderheiten:

Der bauliche Aufwand von schiebergesteuerten Dampfmaschinen ist gegenüber den oszillierenden Maschinen wesentlich größer (mehr Teile und aufwendige Einstellung).

Der Arbeitskolben ist zur besseren Abdichtung mit einem PTFE-Kolbenring bestückt.

Die Kolbenstange und die Schieberstange sind von der Dampfseite zur Atmosphäre hin mit Stopfbuchsen (ölgetränkte Hanfschnur) abgedichtet.

Diese Maschine ist nicht selbstanlaufend.

Die Dampfmaschine in dieser Ausführung kann nur in der eingestellten Richtungen laufen. 

Die Maschine benötigt zur Überbrückung der Totpunkte und zur Harmonisierung des Laufes ein Schwungrad.

Bei anderen Maschinen kann der Schieber auch als Muschelschieber ausgeführt sein. Diese Ausführung wird dann fast immer mit äußerer Einströmung betrieben.

 

Diese Maschine habe ich in einem eher schlechten Zustand erhalten und dann nur aufgearbeitet.

 

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Copyright © 2017  Gerd Litty
Stand: 11. Mai 2017